Zur Gründung des GKND
Aus
Anlaß der Bildung des Gesprächskreises Nachrichtendienste in Deutschland e. V.
entstanden diese beiden Dokumente:
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Die Überlegungen zur Gründung eines „Gesprächskreises
Nachrichtendienste in Deutschland" (GKND)
von Wolbert
Smidt vom 11. April 2003
und die
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Presseerklärung
aus Anlaß der offiziellen Gründung des GKND vom 07. Juli 2003
|
Erster
Direktor beim BND a. D. Rechtsanwalt |
Berlin, den 11.04.2003 Ergänzt im Mai 2005 |
Überlegungen zur Gründung
eines "Gesprächskreises Nachrichtendienste in Deutschland"
(GKND)
Im folgenden werden die Defizite
in Deutschland bei der öffentlichen wissenschaftlichen Diskussion
nachrichtendienstlicher Grundsatz- und Zukunftsfragen dargestellt und
Vergleiche mit den Verhältnissen in anderen Ländern gezogen. Es folgen Schluss-folgerungen
zugunsten der Gründung eines Arbeitskreises, dessen Ziele und Aufgaben ich
beschreibe. Ferner befasst sich die Studie mit der zweckmässigen Organisationsform,
dem anzustrebenden Teilnehmerkreis sowie mit dem Finanzbedarf.
1. Gegenwärtige Lage
In Deutschland gibt es keine Institution, die ausserhalb der deutschen Dienste auf Bundesebene (Bundesnachrichtendienst, Bundesamt für Verfassungsschutz, Militärischer Abschirmdienst) als Forum für das fachlich fundierte Studium, die Diskussion und Analyse grundsätzlicher nachrichtendienstlicher Fragen mit Zukunftsorientierung geeignet erscheint. Es gibt keine Einrichtung, die die geheim- und nachrichtendienstliche Arbeit in einer interdisziplinären Gesamtschau unter Aspekten der politischen Wissenschaft, der Geschichtswissenschaft, der Wirtschaftswissenschaft, der Psychologie, der Soziologie und auch von Naturwissenschaft und Technik betrachtet. Es fehlt ein unabhängiges Forum, mit dessen Hilfe auf konstruktive und glaubwürdige, aber auch kritische Weise das Interesse der Öffentlichkeit für die so oft verzerrt dargestellte Arbeit von Geheim- und Nachrichtendiensten geweckt wird und die legitimen Belange dieser Arbeit im staatlichen System der Bundesrepublik Deutschland gefördert werden können.
Ein systematisches Zusammenwirken
von ehemaligen Angehörigen der Dienste mit der Wissenschaft, der Politik, der
Wirtschaft und den Medien gibt es in dieser Richtung nicht. Diese Lage mag als
Nachwirkung einer viel zu spät beendeten, obsolet gewordenen Abschottung der
Dienste, insbesondere des BND, gegenüber der deutschen Gesellschaft zu erklären
sein.
Dabei ist nicht zu verkennen, dass gute Ansätze zu einer wissenschaftlichen und öffentlichen Auseinandersetzung mit nachrichtendienstlichen Themen in Deutschland existieren.
Ich nenne in diesem Zusammenhang
Neben diesen verdienstvollen
Initiativen sind besonders auch die Symposien hervorzuheben, die vom BND selbst
in Pullach mit internationaler Beteiligung zu brennend aktuellen Themen, wie
Geldwäsche, Information warfare und Terrorismus mit dem Ziel organisiert
werden, die Öffentlichkeit über wichtige Ergebnisse der Arbeit des BND zu
informieren. Auch die Vorlesungen, die der frühere Präsident des BND,
Botschafter a. D. Dr. Hans-Georg Wieck, an einer deutschen Universität zur
Thematik der "Dienste in der Demokratie" gehalten hat, waren
erhellend. Der Verfassungsschutz organisiert Fachtagungen für die
Öffentlichkeit. Solche Veranstaltungen dienen einer Versachlichung und Bereicherung
der öffentlichen Diskussion zu nachrichtendienstlicher Fachthemen, aber auch
einer wirksamen Öffentlich-keitsarbeit. Insofern sind die Dienste in
Deutschland längst aus dem Schattendasein früherer Jahrzehnte herausgetreten.
Die Durchschlagskraft solcher positiven Bemühungen wird aber nach wie vor durch Veröffentlichungen abgeschwächt, deren Verfasser sich entweder eine wissenschaftliche Aura und Autorität anmaßen oder als tatsächlich bzw. angeblich frühere Mitarbeiter der Dienste ihrem Geltungs- und Profitinteresse folgen. Angesichts der willkürlichen und spekulativen Verwendung fragwürdiger Indiskretionen aus dem Inneren der Dienste schaffen sie nur eine Schein-Transparenz. In der Bevölkerung vorhandene Zweifel, die im Hinblick auf die Geschichte deutscher Geheimdienste und auf die begrenzte Transparenz solcher Institutionen in einer auf Offenheit staatlichen Handelns angelegten Demokratie verständlich erscheinen, werden verschärft und instrumentalisiert und nicht ausreichend durch rationale Aufklärung abgebaut.
Die genannten positiven Ansätze
können nur vereinzelt, nicht aber systematisch Abhilfe schaffen. Zudem leiden
sie unter der mangelnden Zugänglichkeit von Informationen, die dem Geheimschutz
unterliegen und von den Diensten nur mit großer Verzögerung für die Archive
freigegeben werden. Das Vertrauen in die
Dienste wird dadurch nicht gefördert.
Ein Blick auf die Praxis in
anderen Ländern erscheint aufschlussreich:
In Frankreich, dessen Dienste sich traditionsgemäss nicht gegenüber dem Publikum öffnen, gibt es eine breit angelegte, zum grossen Teil seriöse Beschäftigung mit der Thematik. So hält beispielsweise ein ehemaliger Chef des Auslandsdienstes DGSE seit Jahren Vorlesungen über nachrichtendienstliche Fragen an einer wichtigen Universität. Dabei beteiligt er sämtliche Bereiche der " Intelligence-Community" in Frankreich.
Die Ergebnisse werden in breit angelegten Kompendien veröffentlicht. Ferner sind Institute zu nennen, die mit staatlicher Förderung vor allem im Interesse von Wirtschaft und Industrie die Abwehr von Industriespionage vorrangig. thematisieren. Pensionierte Mitarbeiter der Auslands- und Inlandsdienste sind in Vereinigungen zusammengefasst, die sich der Aufarbeitung von nachrichtendienstlichen Fällen der Vergangenheit widmen, und zwar zu Lehrzwecken sowie zur Korrektur von Fehldarstellungen in der Öffentlichkeit. Erwähnenswert ist der ThinkTank „Serendip“, der sich in jüngster Zeit zum Ziel gesetzt hat, eine Doktrin für die Innere und Äußere Sicherheit Frankreichs und Europas zu entwickeln. Sie weist der Polizei und den Nachrichtendiensten eine besondere Rolle im Rahmen einer klaren Gesamtstrategie zu. Diese Gruppierung besteht aus ehemaligen Chefs von Nachrichtendiensten und Polizeidiensten ebenso wie aus einschlägigen Angehörigen der Industrie und der Wissenschaft. Sie sucht die Zusammenarbeit mit vergleichbaren deutschen Institutionen.
In den USA ist die Existenz einer „Association of Former Intelligence Officers“ (AFIO) und eines " Center for the Study of Intelligence" hervorzuheben. Die AFIO verfolgt in größtmöglicher Unabhängigkeit das Ziel, die Öffentlichkeit über wichtige Vorgänge der Nachrichtendienste aus der Sicht von erfahrenen Nachrichtendienstlern zu informieren. Sie bedient sich dabei eines Periodicums. Das genannte „Center“ will im Interesse der "Central Intelligence Agency " (CIA) das allgemeine Verständnis für das nachrichtendienstliche Handwerk fördern. Zu diesem Zweck pflegt es
- Symposien/ Konferenzen im In- und Ausland zu veranstalten,
- als "Think Tank" Forschungsarbeiten und eigene Veröffentlichungen der Ergebnisse zu organisieren und
- akademische Programme auf dem nachrichtendienstlichen Sektor zu unterstützen und zu koordinieren und die ND-Geschichte aufzuarbeiten.
Die CIA kann es sich personell
unter weitgehender Abstützung auf pensionierte Mitarbeiter und auch finanziell
leisten, eine solche Einrichtung in eigener Regie zu betreiben, ohne dass die
amerikanische Öffentlichkeit sie als unglaubwürdige Interessenvertretung
abwertet. Dies um so mehr, als daneben verschiedene Lehrstühle an renommierten
Universitäten der USA bestehen, deren unabhängige Inhaber durch vielfältige
Veröffentlichungen und Veranstal-tungen auf kritische, aber meistens
konstruktive Weise ihrer Verantwortung für die sensible Thematik gerecht
werden. Sie können sich dabei auf eine breite Palette von freigegebenen
Alt-Akten der CIA abstützen und damit die Basis von Veröffentlichungen des
genannten Center der CIA überprüfen. Nachrichtendienst wird in den USA bekanntlich
als Instrument der Weltmacht-Politik besonders ernst genommen. Vor diesem
Hintergrund verwundert auch nicht, dass bewährte frühere Mitarbeiter der
Dienste Lehraufträge an Universitäten erhalten. Universitäre Arbeitsergebnisse
werden auf wissenschaftlich fundierte Weise u. a. in der regelmässig
erscheinenden Zeitschrift "International Journal of Intelligence and
Counterintelligence" veröffentlicht.
Solide Anstrengungen gibt es auch
in Grossbritannien, wo manchen beklagenswerten Indiskretionen aus den Diensten
hervorragende seriöse Forschungen von Wissenschaftlern und ebenfalls von
Ruheständlern der Dienste gegenüberstehen.
In anderen europäischen und außereuropäischen Ländern sind zunehmend Gruppierungen zu verzeichnen, die sich zum Ziel gesetzt haben, für Erhellungen über die Nachrichtendienste zu sorgen, ohne deren legitime Sicherheitsinteressen zu verletzen. So sind beispielsweise die niederländische „Netherlands Intelligence Studies Association“ (Nisa) oder die kanadische „Canadian Association for Security and Intelligence Studies“(Casis) hervorzuheben.
In einzelnen Ländern Osteuropas sind ebenfalls Bestrebungen erkennbar, die Zivilgesellschaft mit nachrichtendienstlichen Themen auf kritische und objektive Weise zu befassen und damit vor dem Hintergrund des früheren Missbrauchs der Geheimdienste die Vertrauensbildung zu fördern.
Auf europäischer Ebene hat sich
das "Institut für Sicherheitsstudien" der WEU, das inzwischen der
Europäischen Union eingegliedert ist, zu einer Einrichtung entwickelt, die sich
gedanklich mit der Europäisierung der nachrichtendienstlichen Arbeit
auseinandersetzt.
Von Interesse sind die
Anstrengungen, die man in Israel der Thematik widmet. Hier gibt es ein
"Interdisciplinary Center Herzlya", dessen Lehrveranstaltungen auf Fragen
der "Global Information" konzentriert sind. Nachrichtendienstlichen
Grundsatzfragen wird besonderes Augenmerk geschenkt. In Israel gibt es eine
Fülle von Publikationen, die sich der nachrichtendienstlichen Arbeit mit
konstruktivem Interesse widmen.
2. Notwendigkeit und mögliche
Ziele eines Gesprächskreises in Deutschland
Bereits lange Zeit vor dem 11. September 2001 lag es nahe, einen Kreis zu gründen, der sich für die Rolle der Nachrichtendienste beim Schutz der inneren und äusseren Sicherheit interessiert. Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse wird das Bedürfnis, die beschriebene Lücke in Deutschland zu schliessen, auf brutale Weise deutlich. Wie der Politikwissenschaftler Herfried Münkler, Berlin, am 29. September 2001 bezeichnenderweise formulierte, "werden die Geheimdienste in hohem Masse dafür zuständig sein, was Sicherheit bedeuten wird". Er entfernt sich insofern von der herkömmlichen, auch im Grundgesetz verankerten Auffassung, wonach die Bundeswehr und die Polizei die primären Verantwortlichen für die äussere bzw. innere Sicherheit sind. Es kommt eben nicht allein auf die repressive Bekämpfung an, wenn der terroristische Gegner unsichtbar bleibt und sich einem rechtzeitigen Zugriff entzieht. Müssen jetzt nicht die geheimen Nachrichtendienste mit ihren spezifischen Zugängen im Bereich des "Unsichtbaren" für präventive Zwecke herangezogen werden? Ähnliche Aussagen auch aus dem politischen Raum beruhen auf der allgemeinen Erkenntnis, dass "nichts mehr so sein wird, wie es vorher war". Die Frage wird immer dringlicher aufgeworfen, ob die bis vor kurzem weitgehend marginal erscheinende Rolle der Dienste in der Sicherheitspolitik nach innen und aussen noch den zukünftigen Herausforderungen entspricht.
Nach der Beendigung des "Kalten Krieges" sind im übrigen die alten Freund-Feind-Schemata so obsolet geworden, dass der entsprechenden Umorientierung der Dienste auf entregionalisierte und globalisierte Risiken auch eine Änderung der öffentlichen Perzeption der Dienste folgen sollte.
Diese sich abzeichnenden
Entwicklungsperspektiven und die vermehrte Beachtung der Dienste sollten von
einer Diskussion begleitet werden, die in der Öffentlichkeit unter Einbeziehung
verschiedener gesellschaftlicher Kräfte (Wissenschaft, Politik, Wirtschaft,
Militär, Medien) mit Hilfe eines kompetenten, unabhängigen Kreises von Menschen
ausserhalb der Dienste für Transparenz und Rationalität sorgt und bei Wahrung
einer kritischen Haltung starres Misstrauen gegenüber der alten bzw. neuen
Rolle der Dienste abbauen hilft.
Warum ist die Ansiedlung eines solchen Kreises ausserhalb der Dienste sinnvoll ? Immerhin haben die deutschen Dienste eigene Stellen für Öffentlichkeitsarbeit. Der BND hat sich in den letzten Jahren gegenüber dem Publikum in einem Masse geöffnet, wie dies vor 10 Jahren noch kaum vorstellbar war. Warum überlässt man nicht alles solchen oder ähnlichen Stellen, wie beispielsweise bei CIA dem "Center for the Study of Intelligence"? Es käme auch in Frage, den Universitäten in Deutschland das Studium und die Forschung zu nachrichten-dienstlichen Fragen zu überlassen.
Nun geht es aber darum, eine an die gegenwärtige Situation in Deutschland angepasste Lösung zu finden. Anders als in den USA wird der Wissenschaft in Deutschland kein ausreichender Zugang zu Alt-Akten ermöglicht. Dies ist sicher einer der Gründe dafür, dass die deutschen Universitäten dieses Fachgebiet sowohl in der Geschichts- als auch in der Politik-Wissenschaft weitgehend ausklammern. Deshalb sind sie auf die Aufgabe der wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion von grundlegenden Zukunftsfragen der Dienste nicht vorbereitet. Den Diensten allein zu überlassen, was ein Arbeitskreis leisten könnte, würde schnell als blosse Interessenvertretung abgewertet werden, die nicht durch das unabhängige Urteil Aussenstehender konterkariert werden kann. Nur die Unabhängigkeit von den Diensten in Verbindung mit fachlicher Kompetenz, wie sie von ehemaligen Mitarbeitern eingebracht wird, dürfte diese Probleme vermeiden helfen.
Als Zielsetzung des Gesprächskreises
ist also folgendes festzuhalten:
- bei den Bürgerinnen und Bürgern und in allen wichtigen Gruppen der Gesellschaft, insbesondere in Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Militär, Medien, Förderung des Verständnisses und des Interesses für die nachrichtendienstliche Arbeit und
-
für Bedürfnisse der Öffentlichkeit sowie von
Parlamenten und Regierungen in Deutschland ein unabhängiges Urteil in
nachrichtendienstlichen Zukunfts- und Fachfragen zu erarbeiten
3. Aufgaben des
Gesprächskreises
Aus den Zielen lassen sich
folgende Aufgaben ableiten :
Bei allen Aktivitäten des Kreises
müssen die in Deutschland geltenden Geheimhaltungs-vorschriften strikt beachtet
werden. Wahrung der Loyalität ist auch dann eine Grund-voraussetzung für die
Tätigkeit des Gesprächskreises, wenn er sich deutlicher Kritik nicht enthält.
4.Organisationsform,
Mitglieder und Finanzierung
Die Rechtsform eines eingetragenen Vereins erscheint als organisatorische Basis am zweckmässigsten. Sie ist anderen abhängigeren Formen in Gestalt einer Angliederung an bestehende Einrichtungen vorzuziehen, wie z. B. an Stiftungen, Akademien oder Gesell-schaften, die sich mit sicherheitspolitischen Fragen befassen. In der Rechtsform sollten die Unabhängigkeit und das thematische Eigengewicht des Kreises zum Ausdruck bringen.
Davon zu unterscheiden sind Projekte, in deren Rahmen sich der Gesprächskreis fallweise auf bestehende Einrichtungen, wie z. B. die "Deutsche Gesellschaft für auswärtige Politik" abstützt.
Da der Kreis nur ideellen Zielen verpflichtet sein soll, wird es auch darauf ankommen, die Anerkennung als "gemeinnützig" zu erreichen.
Es ist daran zu denken, dem
Gesprächskreis eine fachliche Fundierung durch Aufnahme von interessierten im
Ruhestand befindlichen Beamten, Offizieren Angestellten aus allen wichtigen
Teilen der Dienste zu geben. Aktive Mitarbeiter der Dienste sollten keinesfalls
dazugehören. Sonst wären Missverständnisse in der Öffentlichkeit über den Zweck
ihrer Mitgliedschaft unvermeidlich. Als Mitglieder kommen im übrigen
Wissenschaftler, Medien-angehörige, Personen aus Wirtschaft und Industrie in
Frage. Aber auch Angehörige aus anderen Behörden sind willkommen,
beispielsweise aus dem Auswärtigen Dienst, der Verteidigung, der Justiz.
Besonders wünschenswert erscheint es, dass Politiker aus den Parteien Zugang
finden. Denn durch deren Mitwirkung kann sich die Chance erhöhen, die
Ergebnisse des Kreises in politisches Handeln umzusetzen. Auch Behörden,
Gremien, Institute sollten dem Verein angehören können.
Es wäre zu begrüssen, wenn
prominente, nicht unbedingt aktive Mitglieder, beispielsweise ehemalige Chefs
der Dienste, in einen Beirat eintreten könnten, der den Vorstand in Fragen der
Strategie unterstützt.
In der Finanzierung müsste
ebenfalls die Unabhängigkeit des Vereins zum Ausdruck kommen. So ist völlig
ausgeschlossen, dass sich Nachrichtendienste an der Finanzierung beteiligen.
Die Basis der Vereinsfinanzen wird durch Jahresbeiträge der einzelnen
Mitglieder sichergestellt werden müssen. Darüber hinaus wird es notwendig sein,
sich bei den Kosten der allgemeinen Aktivitäten auf Spenden abstützen zu
können. Veranstaltungen, wie Symposien, Tagungen wären durch Fördermittel zu
finanzieren, die bei privaten Stiftungen und öffentlichen Förder-Institutionen
zu beantragen sind.
5. Projekte
Am Anfang sind unter anderem folgende Projekte ins Auge gefasst :
Presseerklärung zur Gründung des GKND
Berlin, den 04.07.2003
Am 4. Juli 2003 wurde in den Räumen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin der „Gesprächskreis Nachrichtendienste in Deutschland“ (GKND) gegründet. Die Eintragung in das Vereinsregister und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit sind eingeleitet.
Initiatoren und Gründungsmitglieder sind u. a.:
Wolbert Smidt wurde in der Gründungsversammlung am 04.07.2003 zum 1. Vorsitzenden, Prof. Krieger zum 2. Vorsitzenden gewählt. Dr. Wieck wurde Vorsitzender eines Beirats, dem mehrere ehemalige Präsidenten deutscher Dienste angehören.
Der GKND verfolgt nach seiner Satzung u. a. den Zweck, bei den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland das Verständnis und das Interesse für die Rolle und Tätigkeit der staatlichen Nachrichtendienste zu wecken.
Er will - unabhängig von den Nachrichtendiensten und anderen staatlichen Einrichtungen - in einer interdisziplinären Gesamtschau die Faktoren untersuchen, die die Zukunft der Dienste bestimmen.
Hierzu gehören u. a.: neue Anforderungen an die Dienste in einer veränderten, unüber-sichtlicher gewordenen Welt, neue Ziele, Methoden, Organisationsformen, Probleme der internen und externen Kontrolle, Reformerfordernisse, Fragen der Europäisierung.
Damit will der GKND bei aller Rücksichtnahme auf Diskretionsinteressen der Dienste Transparenzdefizite in Deutschland beheben und alle vernünftigen Ansätze zur Öffnung gegenüber der Wissenschaft und den Medien fördern. In den USA, in Großbritannien und Frankreich sind die Rolle und die Arbeit der Dienste seit langem Gegenstand unabhängiger wissenschaftlicher Forschung und Politikberatung.
Als Mitglieder des GKND kommen in Frage:
Im Bundeskanzleramt wird die Idee der Gründung eines solchen Gesprächskreises begrüßt.
Der
GKND plant Veranstaltungen von hohem Interesse für die Öffentlichkeit, z. B.
zur Rolle der Dienste bei der Bekämpfung der neuen Formen des Internationalen
Terrorismus, ferner
- in Zusammenarbeit mit der DGAP - eine Vortragsreihe unter internationaler
Beteiligung zum Thema „Die Dienste im 21. Jahrhundert“ sowie die Mitwirkung bei
einer Tagung zur „Demokratischen Kontrolle der Dienste im internationalen
Vergleich“.
Der GKND wird mit korrespondierenden Einrichtungen im Ausland zusammenarbeiten.
Den Medien steht der GKND über seinen 1. Vorsitzenden für weitere Informationen zur Verfügung.